Auf dem Land ticken die Uhren anders, da werden Kürbisse auf Vertrauensbasis an den Mann gebracht. Typisch für die bayrischen Landstraßen sind nämlich die hölzernen Kürbisstände am Straßenrand, die ab Anfang September von den nahegelegenen Bauernhöfen mit Muskat-, Hokkaido- und Dekokürbissen befüllt werden. Hier glaubt man noch an das Gute im Menschen – und ich bin mir sicher, dass ein Großteil der Bevölkerung auch freiwillig die 2,50 € für einen Hokkaido-Kürbis in die am Holzstand angebundene Blechdose einwirft. Der Hokkaido-Kürbis ist vielseitig in der Verwendung und aus der gut sortierten Küche nicht mehr wegzudenken, ob als Suppen, als Backofengemüse oder als köstliches Pürree. Wenn’s dann um die Suppe geht, macht meinem Vater keiner was vor. Kein Restaurant, keine Suppenküche, kein Bistro kocht eine würzigere und köstlichere Suppe als mein alter Herr. Ich war mir nie sicher, ob der intensive Geschmack vom aromatischen Landkürbis oder doch von besonderen Geheimzutaten herrührt. Deshalb habe ich ihm gestern das Rezept für sein herzhaftes Cremesüppchen entlocken können. Ich war überrascht, dass die Kürbissuppe mit verhältnismäßig wenigen Zutaten auskommt. Grundzutat Kürbis und Weißwein, abgeschmeckt mit viel Creme Fraîche und Safran. Kleine Zutatenliste, vollmundiges Aroma und ein riesiges Dankeschön nach Bayern an meinen lieben Papa!

Dazu serviere ich ofenfrische Zwiebelröst-Baguettes.

 

Zutaten für 8 Portionen Kürbissuppe:

– 1000 g Hokkaido Kürbis
– 250 ml Weißwein
– 1050 ml Gemüsebrühe
– 400 g Creme Fraiche
– Cayenne-Pfeffer, geriebener Ingwer
– 1 Dose Safran
– 2 Schalotten

Hokkaido-Kürbis würfeln, Schalotten in sehr feine Würfel schneiden. Kürbis und Schalotten in Butter dünsten, mit Gemüsebrühe aufgießen und etwa 25 Minuten weichköcheln lassen. Danach Weißwein hinzugeben und nochmal 10 Minuten kochen lassen. 

Die Suppe pürieren, Creme Fraiche und Gewürze einrühren und nochmal vorsichtig und unter Rühren aufkochen lassen. Achtung, wenn die Suppe jetzt zu stark gekocht wird, flockt die Creme Fraiche aus. Wer einen trockenen, sauren Weißwein verwendet hat, sollte noch mit Zucker nachwürzen, wer einen lieblichen Wein gewählt hat, kommt wahrscheinlich ohne Zucker aus. Mit etwas Cayenne-Pfeffer oder Sahnehaube servieren.

 

Zutaten für 2 Zwiebelröstbaguettes:

– 210 g Mehl
– 1 TL Salz
– 3 g Trockenhefe
– 165 ml Wasser
– 3 Zwiebeln
– 2 EL Butter

Die Zwiebeln in dünne Ringe schneiden und in der Pfanne mit der Butter schön goldbraun rösten. Mit Salz und Pfeffer würzen und abkühlen lassen.

Mehl mit Trockenhefe, Salz vermischen. Zwiebeln unterrühren. Lauwarmes Wasser einrühren, grob mit der Gabel vermischen. Auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen und zu einem weichen Teig verkneten. An einem warmen Ort zugedeckt ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Danach nochmal auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen und in zwei Stränge teilen. Die Stränge langrollen und verzwirbeln, nochmal 20 Minuten ruhen lassen. Bei etwa 230°C im Backofen 25 Minuten backen, bis die Baguettes goldbraun sind. 

Kürbissuppe

Baguette
Kürbissuppe

Hinterlasse eine Nachricht