Ab heute sind es noch punktgenau sechsundvierzig Tage bis Heiligabend und während ich diesen Satz niederschreibe, sehe ich die ganzen Grinches in meinem Umfeld schon wieder mit den Augen rollen. Aber hey, es ist Anfang November, Lebkuchen und Glühwein im Supermarktregal sind jetzt absolut legitim und auch ich darf mich angesichts der Temperaturen knapp über Null grad so allmählich auch öffentlich über die kommende Saison freuen. Deshalb ist es mir auch egal, ob ich meinem Umfeld tierisch auf die Nerven gehe – meine Vorfreude wird durch die langen Gesichter nicht im Geringsten getrübt.
So genau kann ich gar nicht sagen, was ich an der Weihnachtszeit so liebe – erstrangig wahrscheinlich die stressfreie, gemütliche, ruhige und besinnliche Zeit, die spätestens mit dem ersten Schneefall anbricht. Endlich darf ich wieder offiziell Kerzen anzünden und auf dem Sofa schon um 21 Uhr unter meiner Daunendecke schlafen. Endlich darf ich wieder komatös schlemmen und erst zum Neujahr wieder über die angefressenen Kilos nachdenken. Und endlich habe ich wieder einen Grund zu backen und zu kochen, wann immer ich es für angemessen halte. Und das ist oft, manchmal auch noch Sonntag Nacht.
Was für mich zur Weihnachtszeit unabdinglich dazugehört sind Bratäpfel. So weit wie ich mich zurückerinnern kann, hat meine Mutter mindestens einmal jährlich Bratäpfel gemacht. Und das will was heißen – es gibt kaum jemanden, der in der Küche so ungeduldig und rezeptfern arbeitet wie meine Mutter. Und dennoch sind die Bratäpfel jedes Mal fantastisch geworden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Bratäpfel ein sehr dankbares Dessert sind. Denn was sie so unwiderstehlich macht, ist die Backzeit im Ofen. In dieser Zeit karamellisieren die Mandelstifte und die Äpfel werden butterweich. Viele Arbeitsschritte braucht es dafür nicht, die Zubereitung ist sogar für Kochmuffel ein Leichtes. Wer will, kombiniert zu den Bratäpfeln eine Vanillesoße, etwas Marmelade oder wie ich: ein süßes Frischkäse-Zimt-Eis.

Bratapfel

Bratäpfel mit Frischkäse-Zimt-Eis

Zutaten für 4 Personen:

Bratäpfel:
– 4 säuerliche Äpfel (z.B. Braeburn)
– 30 g Mandelstifte
– 30 g Butter
– 30 g Rosinen
– 30 g Zucker

– etwas Fett für die Auflaufform

Frischkäse-Zimt-Eis:
– 200 g Frischkäse
– 200 g Milch
– 2 g Zimt (etwa 1 TL)
– 2 Eigelb
– 90 g Zucker

Zubereitung:

1. Für das Eis alle Zutaten bis auf den Frischkäse mit dem Pürierstab mixen. Eine Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln vorbereiten. Die Eimasse über dem heißen Wasserbad auf etwa 85 Grad erhitzen, durch diesen Pasteurisierungsvorgang werden Salmonellen und Keime getötet, ein Thermometer ist dafür ratsam. Falls kein Thermometer zur Hand ist, die Temperatur niedrig halten und so lange rühren, bis die Masse leicht andickt, das kann gut 15 Minuten dauern. 
2. Die Eimasse vom Herd nehmen und Löffel für Löffel den Frischkäse unterrühren. Dann schnell über dem Eiswürfelbad kalt rühren, damit sich keine Keime entwickeln können. Die Masse für etwa 2 Stunden, aber am Besten über Nacht in den Kühlschrank stellen. Eine Stunde, bevor die Äpfel in den Ofen kommen, die Eismasse in eine Eismaschine füllen, danach noch etwa 30-60 Minuten ins Eisfach stellen.
3. Für die Bratäpfel Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett anrösten und abkühlen lassen. Weiche Butter mit Rosinen und Zucker vermengen, abgekühlte Nüsse unterheben.
4. Äpfel waschen und entkernen und mit der Nuss-Butter-Masse füllen. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Äpfel in eine leicht gefettete, ofenfeste Form geben (ich kann nur wärmstens meinen Bräter von Staub empfehlen) und etwa 20 Minuten bei geschlossenem Deckel backen. Die letzten 10 Minuten den Deckel abnehmen, damit die Nüsse karamellisieren können.
5. Äpfel aus der ofenfesten Form nehmen und mit einer Kugel Eis servieren.
Bratapfel Bratapfel Bratapfel Bratapfel

 

 

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