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Zu Besuch in der Schokoladenfabrik Barry Callebaut

callebaut_magnum-7624Jeder Mensch hat seine  Stärken und Schwächen und als Individuen sind wir untereinander wahnsinnig schwierig bis fast unmöglich vergleichbar. Das Gefühl von Neid ist also im meisten Falle absolut Fehl am Platz. Es gibt allerdings diese eine Sache, die selbst mich immer aus der Fassung bringt, eine Trilogie aus Neid, Bewunderung und Faszination: Wenn sich Menschen mit einer hingebungsvollen Leidenschaft einer Tätigkeit oder einem Produkt widmen, als hätten sie nie etwas Schöneres gesehen und nie mit etwas Wertvollerem gearbeitet.

Dieses Gefühl erlebte ich –  allerdings auf sehr positive Art und Weise – auf einer Pressereise nach Belgien, genauer gesagt Brüssel, genauer gesagt Wieze. Ich hatte die große Ehre, das Team von Magnum Eiscreme auf der Suche nach dem unvergleichlichen Knacken der Magnum Schokolade in die größte Schokoladenfabrik der Welt zu begleiten, zu Barry Callebaut. Der Schokoladenhersteller beliefert unter anderem die Lebensmittelriesen Unilever, Lindt oder Nestlé – auf der Verpackung jedoch ist davon nichts im Supermarkt zu lesen. Auf der Magnum Eiscreme ist die Schokolade von Barry Callebaut ebenfalls zu finden. Es ging bei dieser Reise viel weniger um die Vermarktung der Eiscreme als darum, Presse und Bloggern einen Einblick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Und die Liebe für das Produkt Schokolade konnte ich bei Barry Callebaut in jedem Winkel des Gebäudes und im Gespräch mit den Mitarbeitern spüren. Jeder Angestellte, sei es von der Empfangsdame zum Produktionsleiter zum Patissier der Chocolate Academy – die vorherrschende Begeisterung beeinflusste auch unsere Stimmung, was diesen Tag zu einem wirklich wunderschönen Erlebnis machte.

Unterwegs zur geheimnisvollen Schokoladenfabrik

Wir kamen bereits Mittwoch um die Mittagszeit in Brüssel an, aus den drei Metropolen Berlin, Hamburg und meine Wenigkeit aus München. Treffpunkt war der Infopoint am Brüsseler Flughafen, wo wir uns alle das erste Mal kennenlernen sollten. Aus der Modebranche weiß ich, dass solche Treffen sehr schwierig, angespannt und eine Mischung aus Anbiedern und Selbstpräsentation sein können. Nicht dieses Mal. In der ersten Minute schloss ich die Anderen in mein Herz, hatte keine Berührungsängste und wir konnten ohne Hemmungen miteinander reden, lachen und uns über fachliche aber auch alltägliche Themen austauschen. Das war für mich eine echte Entlastung und sorgte noch dazu für noch größere Vorfreude auf den kommenden Tag. Abends waren wir zum Essen verabredet und dazwischen hatte das Redakteur- und Bloggerteam noch ein wenig Luft, um die Stadt zu erkunden. Von fünf Reisenden hatte bislang noch nie jemand diese Stadt entdeckt. Unglaublich und sehr schade! Denn sie ist einfach wundervoll, architektonisch eine Mischung aus flämisch und französisch, Jugendstilbalkone wie man sie als Überdachung der Pariser Metros sieht, wundervolle kleine, enge Gassen und auf der Straße wildes französisches Gebrabbel. Ich fühle mich immer so elegant, wenn ich Bonjour, Merci und Au Revoir sagen darf. Ich startete mit einer der Redakteurinnen in die vielbesprochenen Fressgassen, lauter Touristen um uns rum, aber selbst  an der bekanntesten Sehenswürdigkeit, dem Manneken Pis, war die Menschenmenge noch überschaubar. Wir erkundeten die engen Straßen, teilten uns eine Lütticher Waffel, holten uns einen Coffee to Go, gingen durch einen Park spazieren entlang an einem prächtig blühenden Magnolienbaum, kauften, selbstverständlich, jede Menge Schokolade als Mitbringsel und kehrten gegen späten Nachmittag wieder ins Hotel zurück. Zu Abend gegessen wurde gemeinsam im Restaurant Alexandre in der Altstadt. Moderne, französische, Küche, kleine Portionen, bis ins Detail abgeschmeckt. Neben ausgefallenen Amouse-Bouches wie einem rote Bete Chip mit Meerrettich und Räucheraal begeisterten auch die drei weiteren Gänge des Menüs. Sehr modern, neue Konsistenzen, Innereien, Fisch und Fleisch. Alles auf den Punkt gegart und perfekt abgeschmeckt – dazu gab es eine passende Weinbegleitung. Gegen Mitternacht ging es dann wieder auf den Heimweg zum Hotel. Ich bin schwer angetan von der Restaurantkultur. In Brüssel gibt’s kulinarisch sehr viel mehr zu entdecken als nur Waffeln und Schokolade.

Am nächsten Morgen ging es schon um 7.30 los mit Frühstück im Hotelrestaurant – unser Shuttle zur Schokoladenfabrik von Barry Callebaut sollte um 8 starten. Nach der knapp einstündigen Fahrt nach Wieze und philosophischen Gesprächen „Wo würdest du hinziehen, wenn du die Wahl hättest?“ wurde die Landschaft allmählich weitläufiger und die Wohngegenden wandelten sich von Reihenhäusern zu kleinen romantischen, alleinstehenden Häuschen, wie ich sie vom Umland aus Amsterdam kenne. Angekommen bei der Schokoladenfabrik strömte uns schon beim Aussteigen aus dem Minivan ein intensiver Schokoladenduft in die Nase, und das große Emblem an der Hauswand „Callebaut Chocolate Academy Centre“ ließ die Vermutung zu, dass wir hier gerade die heiligen Tempel der Kakaobohne betreten würden.

Wir wurden sehr herzlich vom Team Barry Callebaut empfangen nach kurzer Vorstellungsrunde und einem Willkommenscafé gingen wir direkt weiter in die Aula. Dieser äußerst luxuriöse Physiksaal ließ ein paar schulische Erinnerungen aufflammen, mit gepolsterten Klappsitzen und nach oben ansteigenden Sitzreihen. Unser Team reihte sich in Reihe Drei auf, kurz danach ging es auch schon los, gefolgt von einer knappen Vorstellungsrunde über die Geschichte von Barry Callebaut, gefolgt von einer kurzen Vorstellungsrunde von Magnum von einem meiner Reisebegleiter, der als Lebensmitteltechniker (I’m a scientist) die Eisproduktion bei Unilever betreut.

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Was ist eigentlich ein Chocolate Tasting Ritual?

Doch worum sollte es bei dem Vortrag gehen? Es gab ein wenig Theorie, sprich woher kommt die Kakaobohne, woher die Vanille in der Eiscreme (Madagascar, klar!), woher die Mandeln für Magnum Mandel (Kalifornien, klar!). Und dann gab es noch die Praxis: Das Chocolate Tasting Ritual. Wir wussten alle nicht so recht, was wir uns darunter vorstellen dürfen. Und wer jetzt denkt, wir hätten nur jede Menge Schokolade gegessen, der irrt gewaltig. In einem kleinen Pappkästchen bekamen wir neun kleine, dünne Täfelchen ausgehändigt. Drei Weiße, Drei Vollmilch, Drei Bitterschokolade. Jede Farbflöte in sich zum Verwechseln ähnlich. Dazu noch einen Tastingbogen, eine Flasche Wasser, einen Stift, eine Serviette und ein Feuchttuch. Ok, hier wird es schmutzig.

Ein solches Tastingritual kennt jeder, der schon mal Kaffee oder, ganz klassisch, Weine oder Spirituosen verköstigt hat. Es geht um Sensorik, um das Erleben des Produktes mit allen Sinnen. Denn Geschmack ist die eine Seite, Bruchverhalten, Weichheit, Schmelzgrad und Optik die andere. Bei solchen Anleitungen werden meine Augen immer groß und ich sperre meine Lauscher auf. Denn hier unterscheidet sich der Laie vom Experten, vom „das schmeckt lecker“ zum „hat Noten von gerösteter Macadamianuss und Koriander“. Und wer wäre nicht gerne ein Experte in Sachen Schokolade?

Wir begannen damit, zwei der weißen Schokoladenplättchen auf die Farbe zu untersuchen. Es gab minimale Unterschiede in der Sättigung, die im Kunstlicht wirklich schwer zu erkennen waren. Weiter ging es mit der Weichheit der Schokolade. Bitte einmal die Augen schließen, Schokolade ans Ohr halten und in der Mitte durchbrechen. Welche Schokolade bricht früher, entsteht dabei ein dumpfes oder ein klares Geräusch, bricht die Schokolade mit einer sauberen Kante oder bröselt sie? Weiter ging es mit dem Tastsinn: Bitte einmal die Schokolade zwischen die Finger nehmen und mit der eigenen Körperwärme zum Schmelzen bringen. Wie schnell schmilzt die Schokolade in den Fingern? Fühlt sie sich körnig oder samtig weich an? Und letztlich dann noch der Geschmack: Starke Vanille- und Milchnoten konnte ich vernehmen, minimale Unterschiede bei den beiden Schokoladenplättchen. Hätte ich mich nicht darauf konzentriert, hätte beides, um den Laien zu zitieren, einfach nur lecker geschmeckt. Nase zu, Schokolade in den Mund, die Basisnoten schmecken, sprich: Vernehmen wir Süß, Bitter oder Sauer? Ist die Entscheidung gefallen wird die Nase wieder auf Durchzug gestellt und die restlichen Aromen herausgeschnüffelt. Die Nase dient somit als verlängertes Geschmacksorgan, weiß jeder, der schon einmal mit einer saftigen Erkältung  eine geschmacksneutrale Pizza gegessen hat.

So verfuhren wir auch mit der Milch- und der Bitterschokolade. Es war spannend, was für optisch so schwer erkennbare Unterschiede in diesen kleinen Täfelchen geschmacklich und sensorisch verborgen lagen. Wir lösten auf, welches Plättchen zu welchem Magnum gehört, und das Ergebnis überraschte mich nicht: Es waren die für meinen Geschmack gefälligsten Täfelchen – nicht zu bitter, nicht übertrieben süß, nicht zu aufdringlich im Geschmack. Zum Abschluss wurde uns noch ein Bogen ausgehändigt, der eine Art Diagramm aufzeigte, in welche Basisnoten und welche Aromen Schokolade unterteilt werden kann. Ich stellte die Frage, ob Schokolade, die nach Rosmarin schmecke, entsprechend aromatisiert würde, aber nein, all das hängt von der Kakaobohne an sich ab und dieses Tortenaromendiagramm wurde auf Basis jeglicher aufgezeichneter Literatur zum Thema Schokolade von Barry Callebaut entwickelt.

Die Details zum Chocolate Tasting Ritual und das Statement von Barry Callebaut könnt ihr hier nochmal nachlesen: https://www.barry-callebaut.com/news/2018/01/barry-callebaut-introduces-sensory-la

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Zu Besuch in der weltweit größten Schokoladenfabrik

Die Besichtigung der Schokoladenfabrik stand als nächstes auf der Agenda. Oh. Mein. Gott. Ich bin zwar ein sehr genussvoller Mensch, aber die Technik und Chemie dahinter bewegten mich annodazumal sogar dazu, mich für ein Semester Lebensmittelchemie einzuschreiben. Auf Hygiene wird in den Fabrikhallen  großen Wert gelegt: Wir bekamen Trenchcoats mit schickem Kragen aus weißem Netz, weiße Haarnetze, Kopfhörer und ein kleines tragbares Radio, das auf Kanal 1 gestellt war, mit dem wir die Stimme  und das Kichern der zuckersüßen Isabelle hören konnten, die uns durch die Fabrik führte. Für die, die sich Notizen machten, gab es detektierbare Kugelschreiber. Sollte also mal ein Kugelschreiber in die Schokolade fallen, wie das halt mal passieren kann vor lauter Aufregung, kann dieser sofort geortet werden. Man geht bei Callebaut auf Nummer sicher, um die Gefahr eines Rückrufes zu minimieren.

Los ging es im Entenmarsch von etwa 40 weißen Männchen (die externen bekamen weiße, die internen OP-grüne Häubchen) Richtung Fabrikhallen. Wir verließen das Gebäude durch eine Hintertür und kamen nach kurzem Fußweg in einem überdachten Carport mit großem Sichtfenster nach innen bei den Lagerhallen an. Hier durften wir leider nicht eintreten – aus hygienischen Gründen – uns wurde aber anhand von aufgereihten Kakaobohnen in gläsernen Behältern und Zeichnungen an der Wand eindrücklich erklärt, wie das Rohprodukt zur Schokolade bei Barry Callebaut verarbeitet wird und wo die Kakaobohne überhaupt herkommt.

Die Kakaobohne – Herkunft und Verarbeitung

Der Kakaobaum wächst nur unter besonderen Bedingungen und lässt sich nicht so einfach im Gewächshaus kultivieren – Kakaobäume benötigen den Schutz von Bananenpflanzen und sie gedeihen auch nur im Umkreis von 20° um den Äquator. Barry Callebaut bezieht für die Magnum Eiscreme einen Großteil der Schokolade aus der Region der Elfenbeinküste. Nach dem händischen Ernten der Früchte (ja, Kakaobohnen sind Kerne von Früchten, die optisch ein bisschen wie ein Hybrid aus länglichem Hokkaido und einer Papaya aussehen) werden die Kerne fermentiert, wodurch  sich das Mark, das die Kakaobohnen umgibt, vom Kern löst. Danach werden die Bohnen geröstet, hier entwickelt sich erst der typische Kakaogeschmack. Bei Barry Callebaut läuft dies natürlich maschinell ab – mehr dazu später.

Weiter ging es in die heiligen Hallen, dort wo die Bohne zum Block wird, dort wo es fast schon unerträglich nach Schokolade riecht, wo sich die Luft heiß auf der Haut niederschlägt. Bevor wir eintreten durften, mussten wir gründlich unsere Hände waschen, desinfizieren und über eine Art Bürstenlaufband balancieren, das unsere Schuhe ordentlich schrubbte. Die Ladys mit hohen Hacken oder Slippern waren dabei recht lustig anzusehen, ich hatte zum Glück, wie ich es auf Reisen immer tue, bequeme Sneaker an den Füßen. Nach dem Betreten der Hallen gab es schon die erste Erkenntnis für mich: Ich hatte ein hochtechnologisiertes Labor erwartet, mit Mitarbeitern in weißen Kitteln, Brillen, Pipetten, Reagenzgläsern. Aber schon vor Betreten der eigentlichen Fabrikhalle hörte man das gefällige Brummen der alten, deutschen Maschinen, leicht vergilbt, aber makellos sauber, in perfekter Symmetrie aneinandergereiht. Außer unserem Entenmarsch war in den Hallen keine Menschenseele zu sehen. Nur am Schluss sah ich einen Mitarbeiter in Blau, ein Techniker, wie mir Isabelle mitteilte, der für die Wartung und Reinigung der Maschinen verantwortlich war. Das müssen also die Umpalumpas sein.

Die Schritte der Schokoladenherstellung im Überblick

Starten wir dort, wo die Bohnen geröstet werden. Aus etwa 15 Meter hohen Türmen fallen die Bohnen herab und werden mithilfe von Heißluft bei einer Temperatur von etwa 115 – 130 Grad geröstet. Weiter geht es zu einem Stahlkonstrukt mit Gitterböden in den ersten Stock. Dort werden die Bohnen gespalten, in Kakaonibs und die ungenießbare Schale – diese wird nach Information von Isabelle weiterentwickelt, um daraus Verpackungsmaterial herzustellen. Ein extrem guter Ansatz, wenn es um Nachhaltigkeit geht.

Danach werden die Kakaonibs zu einer gröberen Kakaopaste vermahlen. Ein Teil davon wird in eine Presse abgeführt, die die Kakaomasse in reine Kakaobutter und das Kakaopulver trennt. Die reine Kakaomasse an sich enthält nämlich zu wenig Kakaobutter, um sich zu cremiger Schokolade weiterverarbeiten zu lassen. Deshalb wird aus der feuchten Kakaomasse die Butter extrahiert. Der „Abfall“ ist natürliches Kakaopulver, das im Gegensatz zu dem „Dutch Processed Powder“, was wir größenteils in den Supermärkten bekommen, nicht noch chemisch behandelt wurde, um es im Geschmack kommerzieller zu machen. Wer also hochwertiges Kakaopulver kaufen möchte: Achtet darauf, dass es ein natürliches Produkt ist.

Die gemahlene Kakaopaste wird im ersten Schritt mit Zucker versetzt. Diese Paste ist körnig, schmeckt sehr natürlich, leicht süß aber kommt von der Konsistenz noch nicht mal ansatzweise an Schokolade ran. Danach wird die Kakaomasse zwischen 5 Rollen  weiter gemahlen, wodurch die Paste noch feiner wird und fast schon eine puderartige Konsistenz bekommt. Dieses Puder schmilzt sehr zart auf der Zunge, hätte Potential als Kassenschlager, da waren sich alle einig.

Das Puder wird danach überführt in die Dry Chonching Maschinen, was eigentlich einem umgedrehten Bain Marie gleichkommt. Der Vorteil? Man hat maximale Kontrolle über die Temperatur. Die Masse durchfließt dieses 70° heiße Bad für etwa 10-12 Stunden, am Ende, wenn die Kakaomasse eine zähflüssige Konsistenz hat, wird die Kakaobutter hinzugegeben. Dieser Schritt war sehr beeindruckend, denn ich konnte direkt von oben in die großen Trommeln schauen, wo sich literweise dunkle, glänzende, heiße und duftende Schokolade in Bewegung setzte. Dunkle Schokolade besteht tatsächlich nur aus diesen drei Komponenten: Kakaobutter, Kakaopaste und Zucker. Milchschokolade wird noch mit Milchpulver hinzugefügt und weiße Schokolade kommt gänzlich ohne Kakaoanteil aus. Gegen Ende der Besichtigung wurden uns noch die imposanten Lagerkessel gezeigt. Ein solcher Kessel reicht aus, um 500.000 Magnums mit Schokolade zu überziehen. Eine Summe, die man sich kaum bildlich vorstellen kann. Natürlich besichtigten wir auch die Stationen, an denen die Schokolade zu 5 Kilo schweren Blöcken gegossen und verpackt wird, und jene, an denen die kleinen Easy Melts mithilfe einer großen Lochtrommel hergestellt werden. Jeder Schritt sehr beeindruckend.

Das Geheimnis des Magnum Knacks – Ein Tag in der Chocolate Academy mit Patrick Aubrion

Zum Lunch offerierte uns die Küche ein grandioses Buffet, das mit Magnum Schokolade angereichert oder sogar die Form dessen aufgriff. Vom Spargelsalat mit weißer Schokolade und Garnelen über Graupensalat mit dunkler Schokolade bis hin zu einer halbgefrorenen Sülze in Magnumform, mit weißer Schokolade und Estragon-Marshmallow, war alles dabei. Nach einstündigem Lunch und angeregten Diskussionen über das Essen ging es weiter zur Chocolate Academy unter Leitung von Patissier Patrick Aubrion. Ein wenig exzentrisch, ein wenig chaotisch und durch seine ziemlich humorvoll-freche Art hatten wir auch viel zu lachen. Er teilte sein gewaltiges Wissen mit uns, ich lernte sogar die für mich wohl wichtigste Lektion: Das Geheimnis des Schokolade Temperierens. Das A und O einer gelungenen Glasur. Die chemischen Prozesse dahinter.

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Jeder hatte bestimmt schon mal mit seiner Schokoladenglasur das Problem, dass sie entweder nicht trocknen will oder einen Grauschleier bildet, brüchig ist, zu matt ist oder speckig glänzt. Die Schuld auf die Kuvertüre zu schieben bringt in den meisten Fällen nichts. Denn es liegt ganz und gar an der Verarbeitungstemperatur.

Feste Schokoladentafeln kann man natürlich nicht zum Überziehen von Süßspeisen verwenden, deshalb muss diese zuerst geschmolzen werden. Und zwar so lange, bis sich der kristalline Zustand der Schokolade komplett verflüssigt hat. Nun beginnt der eigentliche Prozess des Temperierens bzw. Vorkristallisierens, wie der korrekte Ausdruck dafür lautet. Beim Abkühlen der heißen Schokolade entstehen verschiedene Kristallformen, je weiter die Temperatur abfällt. Nur eine Kristallform beeinflusst das Endergebnis der Schokolade positiv – heißt, alles oberhalb von 27 und unterhalb von 34 Grad Celsius führt zu einem seidig matten Ergebnis mit zartem Schmelz und gutem Bruch. Das Ziel: Die Schokolade in eine Konsistenz zu bringen, in der sie maximal viele „gute“ Kristalle enthält, so dass die Schokolade in diesem Aggregatzustand eine stabile Form ausbildet.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schokolade auf die richtige Temperatur zu temperieren. Patrick Aubrion nutze die Technik des Tablierens, wie man sie aus der traditionellen Patisserie kennt. Auf einer großen Marmorplatte wird die heiße Schokolade so lange mit einem Schaber hin und her gewälzt, sodass die Kristallbildung durch die Bewegung und den kühlen Untergrund aktiviert wird. Ich persönlich nehme für kleinere Mengen dafür gerne die Impfmethode. 2/3 der Schokolade über dem nicht zu heißen Wasserbad schmelzen und dann vom Topf nehmen und das restliche Drittel unter stetigem Rühren dazufügen. Die Masse wird dann sehr zähflüssig und sollte nochmal leicht erhitzt werden, dass sie die optimale Konsistenz zum Gießen bekommt. Diese Verarbeitungstemperatur liegt für Dunkle Schokolade bei etwa 33, Milchschokolade bei 31 und weiße Schokolade bei etwa 30 Grad Celius.

In der Industrie gibt es dafür selbstverständlich Maschinen. Händisch wäre dies viel zu aufwändig und die Erfolgsquote wahrscheinlich auch nicht so beständig. Aber natürlich lernten wir nicht nur, wie man  Pralinen-Hohlformen mit eben dieser flüssigen Schokolade füllt sondern auch, wie man den Magnum Rohling in die Schokolade taucht, damit diese ihren unvergleichlichen Knack bekommt. Das Geheimnis dahinter ist im Falle von Magnum Eis nicht nur die Zusammensetzung der Schokolade (diese bleibt natürlich auch ein Geheimnis), sondern natürlich auch die Vorgehensweise und die Temperaturen der Einzelkomponenten. Dadurch, dass das Stieleis eiskalt ist und die Schokolade warm, entsteht eine Art Schockfrostung der Schokolade. Die Schokolade zieht sofort an, wird nicht grau und bekommt dadurch auch ihren unvergleichlichen Knack.

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Doch genug der Theorie: Was gab es in der Chocolate Academy zu sehen und was hat das eigentlich mit Magnum zu tun?

Es ging um drei wesentliche Programmpunkte in der Chocolate Academy:

1.Die Kunst des Schokolade Temperierens – 2. Designe dein eigenes Magnum –  3. Ein Magnum-Getränke-Pairing

Die Kunst des Schokolade Temperierens habe ich bereits erläutert, doch der eigentliche Grund der Reise wurde in den Punkten 2 und 3 regelrecht zelebriert. Design your own Magnum: Jeder Teilnehmer  unserer Gruppe durfte sein eigenes Magnum Eis gestalten. Es wurden für uns im großen Eisschrank Rohlinge bereitgestellt, klassisch mit Vanille und zartherb mit dunkler Schokolade. Zusätzlich fanden sich auf den Tischen drei verschiedene Bain Maries mit temperierter Schokolade, Weiß – Dunkel und Vollmilch. Noch dazu eine 5 Meter lange Anrichte mit verschiedensten Toppings. Von Oreo-Keksen, Cranberries, Marmelade, Karamellcreme, Schokoladenröllchen, Himbeeren, Pistazien – die Auswahl war endlos und für jeden Geschmack zutreffend. Wir bekamen also unseren Rohling, tunkten ihn leicht diagonal bis zum Stielansatz in die heiße Schokolade, legten das Eis anschließend auf ein Schieferbrett und tümmelten uns um die Toppingstation. Die Schokolade zieht durch die oben beschriebene Schockfrostung extrem schnell an. Deshalb mussten wir an diesem Punkt sehr flink und sauber arbeiten. Ich toppte mein Magnum Classic mit dunkler Schokolade und mit Makronen, Schokoröllchen, Goldpuder, Pralinenpaste und noch ein paar Schokokügelchen. Obendrauf gab es noch ein rotes Magnumemblem, hergestellt aus gefärbter, weißer Schokolade mithilfe eines eiskalten Stempels.

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Zu guter Letzt begeisterte uns Patrick Aubrion noch mit einem Magnum-Drink-Pairing, damit wir auch noch die ganz klassischen Eissorten verkosten konnten. Es gab selbstgemachten Eistee mit der Sorte Magnum White, Magnum Classic mit bitterem Negroni (eine Hammer Kombi aus Süß und Bitter) und Magnum Mandel mit belgischem Bier, das im Abgang stark nach Zitrone schmeckte. Es ist nicht mein erstes Dinner, das den Fokus auf die Kombination aus Drinks und Speisen legt. Und auch dieses mal war die Kombination der Aromen wieder ein echtes Erlebnis.

callebaut_magnum-8064 callebaut_magnum-8067 callebaut_magnum-8078Nach diesem äußerst lustigen, informativen und lehrreichen Tag ging es wieder zurück zum Brüsseler Flughafen. Wie schon beim Hinflug waren Hamburg, Berlin und München unsere Ziele, doch bis zum Abflug waren noch einige Stunden Zeit. Wir verbrachten den Nachmittag also gemeinsam in der Flughafenlounge, bei Bier, Pommes und Burgern und verabschiedeten uns dann – schweren Herzens – mit vielen Eindrücken im Gepäck bis zu unserer nächsten gemeinsamen Entdeckungsreise.

Vielen Dank an das Team von Unilever und COR Berlin, die mir diesen Tag ermöglicht haben! Es war ein unglaubliches Erlebnis.

*gesponserter Artikel durch Unilever / Magnum*

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