Chocolate Chip Bananenbrot

Machen wir mal eine kleine Zeitreise ins Jahr 2003, zum Zenith meiner Pubertät. Mein Stil bewegte sich irgendwo zwischen Metal, Hip-Hop, Baggy Pants und Netzoberteilen. Zwischen Neon-Ringel-Stulpen, ulkigen Haarfarben, Smokey Eyes paar excellence, Nietengürtel und schwarzem Nagellack. Zwischen harten und damals für mein Alter noch illegalen Alkoholexzessen in München und übelsten Schneemass-Bauernpartys, auf die man hier im Oberland gehen kann. Wer hätte damals gedacht, dass ich 15 Jahre später, nicht verkatert, in meinem Eigenheim auf meinem Bett mit Tagesdecke sitze, und mit einem Lächeln im Gesicht darüber schreiben kann. Auch wenn diese Zeit an Diversität wohl kaum zu toppen war, und ich auch damals schon einen Hang zur Übertreibung und Dramatik hatte, so bleibt das Jahr 2018 – zumindest emotional betrachtet- unübertroffen. Es hat am absoluten Tiefpunkt begonnen, ausgelöst durch einen neuen Job, den ich im Herbst ’17 angetreten hatte, der mich mental und körperlich vollkommen auszehrte, mich meine Grenzen übertreten ließ und meine tiefsten Ängste und Schwächen zum Vorschein brachte. Nach einer Depression zum Jahreswechsel, die mir teilweise die Kraft zum Aufstehen und zum Laufen raubte, nach langer Krankschreibung und selbstgewählter Arbeitslosigkeit und nach einigen, intensiven Therapiestunden, hab ich es über die letzten 12 Monate geschafft, wieder Kraft zu tanken, zu mir zu finden und meinen „Ressourcenkoffer“ zu füllen. Ein solcher Knock-Out wird mir in den nächsten Jahren nicht mehr passieren, ich habe genug Strategien entwickelt, die das verhindern und kann die Signale meines Körpers ganz genau deuten, wann ich mal wieder eine Pause brauche. Wo es mir allmählich besser ging, erlaubte ich es mir auch wieder, darüber nachzudenken, wie meine berufliche Zukunft aussehen kann.

Eins war mir nach dem letzten Arbeitgeber klar: Ich möchte niemals wieder einem Chef „gehorchen“ müssen. Deshalb habe ich im August des letzten Jahres, nach 8-monatiger Pause, den Schritt gewagt und meine nebenberufliche Tätigkeit als Foodstylist und Fotograf beim Finanzamt als Vollzeitstelle gemeldet. Uff. Angsteinflößend, wenn ich an meinen Kredit, an die Versicherungen, die Krankenkasse, die Mietkosten für das Atelier denke. Aber ich lebe gerade von einem Tag zum nächsten, versuche mich erst zu Sorgen, wenn es Grund zu Sorge gibt, und damit fahre ich eigentlich ganz gut, natürlich alles in vernünftigem Rahmen. Es kommen regelmäßig Aufträge rein, manches gefällt mir mehr, anderes weniger, aber ich kann neue Stile probieren, mich austoben und stilistisch zu mir finden.Das hat dazu geführt, dass ich, wie bereits im letzten Beitrag schon angepriesen, vor einer Woche mein eigenes Atelier beziehen durfte. Mein Freund und sein Vater haben mir schönes Dielen-Laminat über diese grässlichen Fliesen gelegt und ich habe letzte Woche schon einige Dinge aus dem Home-Studio ins neue Atelier gefahren und kann jetzt schon einigermaßen darin arbeiten. Was natürlich fehlt ist die Küche, ein ordentlicher Tisch, Wandfarbe – aber eins nach dem andern, bis Ende Januar habe ich vermutlich den Großteil mit Hilfe meiner absolut liebenswerten Freunde geschafft.

Gestern war dann der erste Shooting-Tag im Studio. Ich habe (noch von Zuhause) ein Chocolate Chip Bananenbrot gebacken, Sahne aufgeschlagen, eingetuppert, alle Kaffeeutensilien rausgekramt und einfach losgelegt. Und es ist so eine immense Erleichterung, ENDLICH Platz zu haben. Schon nach Shootingtag 1 fühle ich mich unheimlich beflügelt und überglücklich, diesen Schritt gegangen zu sein.

Chocolate Chip Bananenbrot

Zutaten für 1 Backform, Durchmesser 20 cm

  • 3 reife, zermatsche Bananen, mittelgroß
  • 75 g brauner Zucker
  • 75 g weißer Zucker
  • 80 g Butter, geschmolzen
  • 2 große Eier
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 120 g Joghurt, 3,5% Fett
  • 190 g Mehl 405er
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 100 g dunkle Schokoladenchips, oder kleingehackte Zartbitterschokolade
  • 2 Bananen zur Deko, der Länge nach aufschnitten
  • 1 Prise Zimt

Zubereitung:

  1. Den Ofen auf 165 Grad Heißluft vorheizen. Eine Backform, 20 cm, fetten und mit Backpapier auslegen.
  2. In einer Schüssel Mehl, Backpulver, Salz und Zimt vermengen. In einer weiteren Schüssel die flüssige Butter und die beiden Zuckersorten miteinander vermischen, entweder mit einem Rührlöffel oder mit einem Handmixer. Danach die zermatschten Bananen, gefolgt von Eiern, Joghurt und Vanilleextrakt unterrühren.
  3. Sobald die nassen Zutaten gut vermischt sind, die trockenen Zutaten unterheben. Ganz zum Schluss die Schokochips gleichmäßig unterrühren.
  4. Den Teig in die Form füllen. Zwei Bananen aufschneiden und mit der Schnittkante nach oben vorsichtig auf den Kuchen legen. Nicht eindrücken.
  5. Backzeit beträgt etwa eine Stunde. Wenn der Kuchen schön hochgegangen und goldbraun ist, am besten immer wieder prüfen, ob er 1. noch wackelt wenn man an der Form rüttelt und 2. ob bei der Stäbchenprobe noch Teig kleben bleibt.
  6. Aus dem Ofen nehmen, 10 Minuten abkühlen lassen, danach auf ein Blech stürzen. Auskühlen lassen und mit Beeren oder etwas Sahne servieren.
  1. Oh mein Gott, ich hätte dich zu dieser Zeit sehr gern getroffen. Das Rezept klingt sehr lecker, ich wollte schon länger mal ein Schoko Bananenbrot machen. Kann ich den Teig auch mit flüssiger Schokolade vermengen?
    Danke und liebe Grüße,
    Tati

    • Michaela

      Liebe Tati,
      Danke für deinen Kommentar. Und haha, ich sah damals aus, echt zu hart.. lass mich wissen wie das Bananenbrot rausgekommen ist. Du könntest natürlich flüssige Schokolade unterrühren, aber ich denke, dass Kakaopulver besser funktioniereen würde. Vielleicht fängst du mal mit 20 g an und gibst noch einen Schuss Milch dazu, bis die Konsistenz stimmt.

      Liebe Grüße,
      Michaela

  2. Karin Fischer

    Liebe Michi,
    ich habe gerade dein Rezept gelesen, weil ich schon immer mal ein Bananenbrot backen möchte und ich hoffe, ich finde bald Zeit zum ausprobieren. Deine Geschichte hat mich echt berührt, es freut mich, dass du den Rank gefunden hast! Ich bin immer wieder beeindruckt von deinen schönen Fotos. Viel Erfolg und liebe Grüsse aus der Schweiz!
    Karin

    • Wie schön von dir zu hören, liebe Karin! Ich hoffe es geht dir gut und wir sehen uns mal wieder wenn du in München bist. Bei mir war es alles irgendwie ein langer Prozess, und ich bin auch noch lange nicht da wo ich gerne wäre, aber ein Schritt nach dem anderen 😊😊 bis hoffentlich ganz bald und ganz liebe Grüße!

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