Anfang des Jahres stand ich vor schweren Entscheidungen, wie es privat und beruflich für mich weitergehen soll. Der 30. Geburtstag saß mir im Nacken (und jetzt hat er mich tatsächlich gekriegt, mitsamt weißen Haaren und körperlichen Wehwehchen) und ich war mir nicht sicher, ob ich bereit bin für eine eigene Familie oder ob ich doch noch die große Karriere suche. Entscheide ich mich für Kinder, kann ich die Karriere vergessen. Entscheide ich mich für Karriere, müssen Kinder mindestens zwei Jahre warten, da man sich im heutigen Berufsleben ja immer erst beweisen muss. Sich selbst beweisen. Es anderen beweisen. Ich weiß es nicht. Doch was bringen mir zwei Jahre berufliches „Glück“, wenn ich über kurz oder lang einen anderen Wunsch im Herz trage? Kann eine Karriere es wert sein, Träume und Wünsche nach hinten zu stellen? Eine klare Antwort auf diese Fragen habe ich auch jetzt noch nicht. Aber anders als noch vor ein paar Jahren weiß ich jedoch inzwischen, dass keine Entscheidung falsch ist. Es ist immer richtig, sinnvoll und bereichernd, Erfahrungen zu sammeln, allein schon für die persönliche und geistige Entwicklung, auch wenn es manchmal schmerzt. Was sind Eure Gedanken zu diesem Thema? Bereut ihr Entscheidungen, die ihr getroffen habt? Ist immer alles so gelaufen, wie ihr es euch gewünscht habt? Ich würde mich freuen, Eure Gedanken zu diesem Thema zu lesen.

Bevor ich zu nachdenklich werde, schwenke ich lieber um auf mein Lieblingsthema, ESSEN. Mein letzter Post ist schon ein gutes Stück her, über zwei Monate, shame on me, Michaela. Ich hatte viel im Kopf, aber wer hat das nicht. Meinen alten Job wollte ich noch gut und freundschaftlich beenden, gedanklich steckte ich aber schon vollständig im Neuen. Nebenher musste ich mein Gehalt aufbessern mit freiberuflicher Fotografie. Müssen ist in dem Zusammenhang eigentlich das falsche Wort, da es mir eigentlich immer große Freude bereitet, aber die Zeit, die Zeit lief mir Minute für Minute davon. Ich hatte dieses Wochenende endlich mal wieder Luft zum Atmen und zum Ausprobieren neuer Rezepte. Da mein letztes Risotto schon eine halbe Ewigkeit her war und ich ein bisschen Resteverwertung machen musste, habe ich mich für ein  Tomatenrisotto mit frittiertem Spinat, Haselnüssen und krosser Salsiccia entschieden. Wirklich sehr lecker, wenn auch gehaltvoll. Aber jetzt kann man eh wieder lange Pullover und Hosen tragen, von daher : Wen interessiert’s? Probiert es doch einfach mal aus!

Tomatenrisotto
Tomatenrisotto

Zutaten für 2 Personen mit großem Hunger:

  • 600 g Ochsenherztomaten, reif und von guter Qualität
  • 250 g Risottoreis
  • 150 ml Weißwein (variiert von Reis zu Reis)
  • 400 ml Gemüsefond (variiert von Reis zu Reis)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch, gepellt und zerdrückt
  • Salz, Pfeffer und Estragon zum Würzen
  • 50 g geriebener Parmesan

Toppings:

  • 100 g Salsiccia, in dünne Scheiben geschnitten
  • 50 g frischer Spinat, gewaschen und getrocknet
  • Circa 10 Haselnüsse
  • hitzebeständiges Frittieröl

Basilikum Gremolata:

  • 1 Hand voll Basilikumblätter (Von einem halben Topf)
  • 3 EL gutes Olivenöl
  • Ahornsirup, Salz, Zitronenabrieb von 1/4 Bio-Zitrone und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Tomaten waschen, den grünen Strunk entfernen und abtrocknen. Ofen auf 220 Grad vorheizen. Backblech mit etwas Öl bestreichen, Tomaten daraufsetzen, salzen und pfeffern und etwa 45 Minuten rösten, bis die Tomaten eine schwarze, verkohlte Schale haben. Danach aus dem Ofen nehmen, Schale abziehen und gut pürieren.
  2. Schalotte schälen und in sehr feine Würfel schneiden. Knoblauch pellen und mit dem Messer andrücken. In einem Kupfertopf oder einem beschichteten Topf in etwas Olivenöl glasig andüsten. Mit Weißwein ablöschen und vollständig einkochen lassen. Dann mit der Hälfte des heißen (sehr wichtig, den Fond zuvor erhitzen, sonst wird der Risotto matschig) Fonds angießen und vorsichtig mit einem Holzlöffel umrühren. Den Risotto so wenig wie möglich rühren, damit er nicht matschig wird.
  3. Nach der Hälfte der Kochzeit die Tomaten hinzugeben, wieder einköcheln lassen, und bis zum Schluss noch den restlichen Fond einarbeiten, bis der Risotto noch bissfest, aber schön cremig und nicht zu trocken ist. Wichtig: Immer am Topf bleiben und reagieren, wenn die Flüssigkeit verdampft, damit der Risotto nicht anbrennt. Je nach Beschaffenheit des Reises unterscheiden sich die Garzeiten. Wenn der Risotto gar ist, geriebenen Parmesan unterrühren und gegebenenfalls noch ein paar Butterflocken einrühren, für den Geschmack. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und getrocknetem Estragon würzen. Knoblauch entfernen und beiseite legen.
  4. Die Salsiccia in feine Scheiben schneiden. Wenn der Risotto angesetzt wird, die Wurstscheiben auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und bei 200 Grad kross backen lassen, dies dauert etwa 20-25 Minuten.
  5. Indes die Gremolata vorbereiten. Den Basilikum sehr fein hacken und in eine Schüssel füllen. Mit 3 EL gutem Olivenöl vermischen. Salzen, Pfeffern, mit der Schale von einer viertel Bio-Zitrone und mit Ahornsirup abschmecken
  6. Öl in einer Pfanne erhitzen, sodass es etwa daumenhoch in der Pfanne steht. Den gut abgetrockneten Spinat in das heiße Fett geben und kross frittieren. Dies dauert je nach Temperatur etwa 2-4 Minuten. Mit einer Schaumkelle aus dem Fett nehmen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.
  7. Den Risotto mit einem Löffel auf den Tellern verteilen. Mit frittiertem Spinat bestreuen, Salsicciascheiben darübergeben und mit gehobelten Haselnüssen garnieren. Gremolata darüberträufeln und servieren.

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