Leider gibt es hier im Münchner Norden keinen einzigen Bäcker, den ich Sonntag morgens verschlafen und lauffaul ansteuern kann, um dort frische Semmeln zu holen. Deshalb blieb mir auch über die Feiertage der letzten Woche kaum eine andere Möglichkeit, als selbst Hand anzulegen. Brötchen backen ist eine Kunst für sich, deshalb bin ich stets für alle Tipps und Tricks dankbar, die mir ein bisschen unter die Arme greifen. In meinem Fall sind das ein gusseiserner Bräter mit Deckel und ein Rezept, das über Nacht arbeitet und somit kaum überwacht und geknetet werden muss. Mit Kartoffeln im Teig werden die Brötchen sehr sehr saftig und locker und halten sich viel länger frisch als manch andere Semmel aus dem Supermarkt. Wer keinen Bräter hat, der schüttet kurz nach dem Einschieben der Brötchen in den Backofen heißes Wasser auf eine Fettpfanne im Ofen (unterste Schiene). Der dadurch entstehende Wasserdampf sorgt für eine knackige, braune Kruste.

Kartoffelbrötchen

Kartoffelbrötchen

Zutaten für 9 Brötchen aus dem Bräter:

350 g geschälte Kartoffeln 
10 g Salz
1 EL Trockenhefe
1 EL Zucker
1 EL Olivenöl
350 g Weizenmehl 550er

Zubereitung:
1. Kartoffeln schälen und in kleine Scheiben schneiden. Einen kleinen Topf mit Wasser aufsetzen, das Wasser zum Kochen bringen und kräftig salzen. Kartoffeln 15 Minuten kochen, danach abgießen und sofort durch eine Kartoffelpresse drücken, dann abkühlen lassen.
2. 120 ml Wasser mit Hefe vermischen, so lange rühren, bis die Hefe sich komplett gelöst hat. Weizenmehl, Hefewasser, Kartoffeln, Zucker, Olivenöl und Salz gut miteinander verkneten. Erst 5 Minuten langsam kneten, dann nochmal 10 Minuten auf höchster Stufe. Rührschüssel in eine Mülltüte stellen, diese locker zubinden und über Nacht etwa 12 Stunden gehen lassen.
3. Am nächsten Morgen Teig auf eine bemehlte Fläche stürzen, nochmal mit den Händen durchkneten und in 9 gleich große Teile teilen, daraus dann runde Brötchen formen. Diese nochmal 30-60 Minuten ruhen lassen, bis sie ihr Volumen verdoppelt haben.
4. Backofen auf 240°C vorheizen, Bräter mit Deckel in den Ofen schieben und miterhitzen. Wenn die Teiglinge aufgegangen sind, mit einem sehr scharfen Messer in einem flachen Winkel 2mal einschneiden. Den Bräter aus dem Ofen nehmen und die Teiglinge vorsichtig aneinandersetzen.
5. Bei 240° C etwa 25 Minuten backen, bis die Brötchen gut gebräunt sind, danach den Deckel abnehmen und noch 5 Minuten weiterbacken. Auf eine trockene Unterlage stürzen und vor dem Verzehr etwas auskühlen lassen.

Karttoffelbrötchen

2 Comments

  1. Ein frohes neues Jahr, wünsche ich dir!

    Brot bzw. Brötchen backe ich leider viel zu selten. Es liegt wohl daran, dass ich hier in Hamburg selbst am Sonntag bis in den späten Nachmittag noch Brötchen bekomme. Aber da fehlt natürlich das schöne Gefühl, das man beim Brot backen hat :-)
    Die Fotos sind richtig klasse! Was ist das denn für ein schöner Untergrund, den du da verwendest?

    Viele liebe Grüße aus dem Norden!
    Kimi

    • Liebe Kimi,

      Ich wünsche dir ebenfalls ein frohes, neues Jahr! In Hamburg bist du da ja tatsächlich noch ein bisschen verwöhnter als ich, das kenne ich aus meiner Zeit in Berlin auch noch :)
      Ich fotografiere auf einem alten Blech, das ich mir neulich auf einem Flohmarkt gekauft habe.

      Liebste Grüße
      Michi

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